Ausflug der Rheingauer Gartenfreunde ins Werkerbachtal


Am 06.06.2026 unternahmen die Rheingauer Gartenfreunde eine Exkursion in Werkerbachtal.

Treffpunkt war der Parkplatz an der Forellenzucht Seitz wo es die Möglichkeit zum Einkauf von Forellen gab.

Um 13.00 Uhr begrüßte der Vorsitzende der Gartenfreunde, Herr Karl Stenger, die Mitglieder und hieß die Gäste willkommen.

Es wurde der Programmablauf erläutert und der Leiter der Exkursion, der ehemalige Revierförster Martin Schlimmermann, vorgestellt.

Danach ging es gemeinsam zu den ehemaligen Schieferstollen.

Die Landschaft um Lorch gehört zu den Ausläufern des Rheinischen Schiefergebirges - die Gesteine bildeten sich im Erdaltertum dem sog. Devon vor etwa 400 Mio. Jahren. Europa und Amerika bildeten einen zusammenhängenden Kontinent, Südamerika, Afrika Indien und Australien den zweiten Kontinent. Zu dieser Zeit wurde die Landschaft durch ein flaches Urmeer geprägt. Am Ufer lagerten sich gröbere Sande an, die feineren Tonpartikel sedimentierten als Schlick in tieferen Bereichen. Der Meeresboden sank dabei ständig ab. Am Ende des Devons bewegten sich beide Kontinente aufeinander zu. Beim Zusammenstoß im Karbon vor etwa 360 Mio. Jahren wurden die Sedimentablagerungen übereinander geschoben, gefaltet und als Gebirgsmassiv aus dem Meer gehoben. Durch den enormen Druck entstand aus Sand Quarzit und aus Ton Tonschiefer. Die Verwitterung der Gesteine in Jahrmillionen prägt die heutige Landschaft im Taunus. Der Schiefer ist also ein zusammengepresstes Sedimentgestein welches sich durch die Schichtung leicht spalten lässt. Herr Schlimmermann erläuterte mittels einer geologischen Karte die Gesteinsschichtungen rund um Lorch. Der sog. Wisperschiefer wurde erst überirdisch , dann in Stollen abgebaut und war sehr gut als Dachschiefer geeignet. Der Abbau ist heute nicht mehr wirtschaftlich; der meiste Schiefer kommt heute aus Spanien, so Herr Schlimmermann. Einen solchen Stollen konnten die Teilnehmer von außen ansehen. Er ist heute aus Sicherheitsgründen verschlossen und dient Fledermäusen als Habitat. Man konnte mit Taschenlampen hineinleuchten und insbesondere die Kinder hat das Glitzern im Inneren an der Stollendecke fasziniert – es handelt sich um Silikatausblühungen im Schiefer. Herr Schlimmermann hat Exponate von Käfern und eine Fledermaus präsentiert und auch hier waren die Kinder bestens informiert und wussten gleich um welche Spezies es sich handelt. Danach ging es zu Fuß zum Sauerbrunnen Werkerbach. Es ist eine stark eisenhaltige Quelle welche seit dem 18. Jhrd. bekannt ist. Die Menschen nannten es früher „Heilquelle“. Das Wasser ist trinkbar wird aber nicht kontrolliert, der Brunnen steht heute unter Denkmalschutz. Nach diesen sehr interessanten Ausführungen trafen sich die Teilnehmer auf dem Parkplatz vom Naturpark Rheingau-Taunus, dem sog. Exerzierplatz. Dort haben die Mitglieder des Vorstands, Ariane Sohrab-Magnus, Monika Hemes und Karl Stenger ein Picknick mit geräucherten Forellen, verschiedenen Broten und Aufstrichen angerichtet. Sogar für Sitzmöglichkeiten wurde gesorgt. Es gab die Gelegenheit zum Austausch über das schöne Programm und ein vertieftes Gespräch mit Herrn Schlimmermann. Der Rahmen bildete einen schönen Abschluss und begeisterte alle Teilnehmer.

Über die Aktivitäten der Gartenfreunde und den nächsten Stammtisch informiert: www.rheingauer-gartenfreunde.com