Arbeitskalender April
Im Gegensatz zum chronologischen Kalender möchte ich hier vom phänologischen Kalender berichten. Der phänologische Kalender teilt das Gartenjahr nicht nach festen Daten, sondern nach den sichtbaren Entwicklungsphasen ausgewählter Zeigerpflanzen in 10 fein abgestufte Jahreszeiten ein.
Er reagiert direkt auf das, was uns die Natur zeigt. Somit gibt es für uns eine praxisnahe Grundlage für Aussaat, Pflanzung und Ernte.
Momentan steht die Forsythie in voller Blüte, bzw. bei der Stachelbeere setzt die Blattentfaltung ein, Birke und Buche zeigen ebenso Blattentfaltung. Daraus folgt nach dem phänologischen Kalender, dass wir uns im „Erstfrühling“ befinden. Kommt dann noch die Apfelblüte dazu, dann ist der „Vollfrühling“ erreicht.
Im Erstfrühling (Zeitraum Mitte März – Mitte April) stehen an wichtigen Gartenarbeiten an:
Rosenpflege, Pflanzung von frostharten Stauden und Kräutern, Aussaat von Sommerblumen und winterhartem Gemüse, Rückschnitt von Beerensträuchern und Obstbäumen. Ferner beginnt die Setzlingsproduktion für die meisten Salate.
Chili, Paprika und Tomaten sind längst dem Keimlings-Stadium entwachsen und bedürfen täglicher Pflege. Jetzt gilt es sich auf die Voranzucht von Gurken, Zucchini und Kürbis vorzubereiten. Auch für die Direktsaat von Karotten (dazu die Markiersaat mit Radieschen nicht vergessen!) und Wurzelgemüse (Pastinake, Wurzelpetersilie und Co) sind die Temperaturen bald stabil genug.
Wichtig: Der phänologische Aussaatkalender funktioniert auch in Zeiten des Klimawandels (nähere Details zum phän. Kalender im Buch: „Spriessbürger“ ISBN: 978-3.9524524-5-5; das gleichzeitig meine Info-Quelle ist).
Doch nun zu den allgemeinen Gartenarbeiten im April:
a. Wasserversorgung sicherstellen und gegebenenfalls eine Regentonne aufstellen
b. Neuen Komposthaufen anlegen, da der reife Kompost für die Beete verbraucht wurde
c. Auf Bei-/Un-Käuter achten und diese jetzt entfernen bevor sie sich etabliert und schlimmstenfalls Samen bekommen haben
d. Nicht vergessen das Gewächshaus zu belüften, bevor die Temperatur im Inneren zu stark ansteigt; am Abend wieder schließen, da es nachts noch zu kalt ist (diese Arbeit erspart man sich durch die Installation eines automatischen Fensterlüfters)
e. Schnecken und insbesondere Nacktschnecken dezimieren
Sonstige Gartenarbeiten:
1. Jetzt Gladiolen-Zwiebeln stecken. Sie gedeihen am besten in der sonnigen Gartenzone mit Drainage-Zusätzen (z.B. mittelkörniger Bims, Lavagrus 8 – 12 mm usw). Bei der Pflanzung selbst die Zwiebeln 10 – 15cm tief einpflanzen. Gutes Wässern danach nicht vergessen.
2. Nun ist die Zeit um Bäume und Sträucher zu pflanzen. Vom Vorfrühling bis zum Frühlingsende ist dies die ideale Zeit, damit das Wurzelsystem sich gut vor der späteren heißen und trockenen Sommerphase, etablieren kann.
Nachwinterarbeit: Anbau von winterharten, anuellen (= Einjährigen) Pflanzen/Blumen
Wann immer es mich in den Garten zieht, finde ich einen Anlass, mich darin schaffen zu machen. So auch jetzt – jeder Garten soll so sein wie er will. Nur phantasielos und langweilig soll er nicht sein!
Daher beschäftigen wir uns im heutigen Thema mit sogenannten winterharten, annuellen Pflanzen.
Dies sind krautige Gewächse , die innerhalb einer Wachstumsperiode keimen, meist schön blühen, danach Samen ausbilden und anschließend absterben.
Typische Beispiele dafür sind: Sonnenblumen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Mohn, Kornblume.
Sie eignen sich ideal für schnell wüchsige, farbenfrohe Sommerbeete.
All diese Pflanzen müssen jedes Jahr neu ausgesät bzw. gepflanzt werden.
Unser Thema sind momentan aber winterharte, einjährige Sommerblumen! Das sind Blumen, die kühlere Temperaturen vertragen und noch vor dem letzten Frost (also jetzt im März) schon ausgesät werden können.
Dies sobald der Gartenboden bearbeitbar, also oberflächlich abgetrocknet ist.
Zu ihnen zählen:
Ringelblumen (Callendula officinalis) blüht Juni – Oktober
Kornblumen (Centaurea cyanus) blüht Juni – September
Jungfer im Grünen (Nigella damascena) blüht Juni – August
Gr. Wachsblume (Cerinthe major „purpurascens”) Juni – Sept.
Klatschmohn (insbesondere Züchtungen von Papaver rhoeas)
Spiegelei-Blume (Limnanthes douglasii) blüht April – September
Diese winterharten Einjährige sät man im Frühling bei einer Bodentemperatur von mindestens 7 Grad Celsius.
Folgende Arbeitsschritte werden durchlaufen:
1. Beetvorbereitung: Zunächst mit Hilfe einer Schweizer Pendelhacke oder einer Schuffel neu aufgelaufene Unkräuter entfernen. Gegebenenfalls jetzt noch etwas feingesiebten Kompost (maximal 3 Liter pro Quadratmeter) aufstreuen und danach den Boden feinkrümelig rechen.
Ganz wichtig: Der Pflanzbereich muß gut entwässert (abgetrocknet) sein, um Staunässe zu vermeiden; die sonst die Keimung und das Wachstum der Sämlinge behindert!
2. Mit feinem, trockenem Rasensand (der z.B. zuvor in eine Flasche gefüllt wurde) oder einem Stock, jetzt die Flächen für die verschiedenen Samensorten aufzeichnen.
3. Innerhalb jeder aufgezeichneten Teilfläche nun nach und nach den jeweiligen Samen dünn in flachen Reihen aussäen.
Tipp: Um feine Samen (z.B. von Klatschmohn und dessen Zuchtvarianten) die sich nur schwer dünn aussäen lassen gut zu handhaben, sollten sie mit trockenem feinem Sand vermischt werden! Dazu den trockenen feinen Sand in eine kleine Tüte geben. Dann den Samen mit Hilfe eines gefalteten Stück Papiers in die Tüte gleiten lassen und gründlich vermischen. Zur Aussaat selbst die Sand-Samen-Mischung in den Knick eines gefalteten Stück Papier geben und mit leichten Klopfbewegungen auf die Oberfläche des Beetes aufstreuen.
4. Um einen möglichst natürlichen Effekt zu erzielen, sollten die Reihen von benachbarten Teilflächen möglichst in unterschiedliche Richtungen gezogen werden. Reihensaat deshalb, weil man dann leichter jäten kann!
5. Die Teilflächen jeweils mit Stecketiketten mit Sortennamen beschriften
6. Jetzt die Aussaat mit einer kleinen Walze (eine Weinflasche tut es auch) leicht andrücken, um so den wichtigen Erdschluss zu erreichen
7. Nun ein leichtes Schutzvlies (maximal 21g/qm an Flächengewicht) auflegen und dieses an den Rändern mit Steinen oder Latten fixieren. Dadurch wird Vogelfraß vom Samen verhindert und zusätzlich für eine wärmere Umgebung beim Auflaufen der Sämlinge gesorgt
8. Die Sämlinge werden im nächsten Schritt auf den angegebenen Abstand ausgedünnt; am besten bei feuchtem Boden und mildem Wetter – bei Bedarf auch nach und nach
9. Kräftige, herausgezogene Sämlinge nutzt man als Lückenfüller für Stellen, die durch unregelmäßige Aussaat oder schlechte Keimung kahl geblieben sind.
10. Ganz wichtig: Regelmäßige Überwachung der Keimlinge – insbesondere vor Schneckenfraß!
Zuletzt noch eine Anmerkung: Die Förderung eines abwechslungsreichen Gartens kann dazu beitragen, den Schädlingsbefall zu reduzieren. So wirken z.B. Ringelblumen (Calendula) gegen Nematoden im Gartenboden. Außerdem werden durch die Blüten der winterharten Einjährigen nützliche Insekten angelockt.
Empfehlenswerte Saatgutlieferanten:
a. Bingenheimer Saatgut www.bingenheimersaatgut.de
b. ReinSaat GmbH www.reinsaat.at
c. Keimzeit www.keimzeit-saatgut.de
d. Dreschflegel www.dreschflegel-saatgut.de
Arbeitskalender März
1. Überwinterte Kübelpflanzen und überwinterte Balkonpflanzen jetzt zurückschneiden und sauber putzen (auf verbliebenen abgestorbenen Pflanzenteilen kann sich sonst bei Feuchtigkeit Grauschimmel bilden und ausbreiten).
2. Große Grünpflanzen jetzt teilen und die durch Teilung neu entstandenen Pflanzen einzeln in frisches Substrat topfen – danach kräftig angießen
3. Sommerblumen (Einjährige) z.B. Studentenblume, Zinnien, Ringelblumen etc. werden nun ausgesät und die Anzuchtschale auf eine helle Fensterbank oder ins Frühbeet gestellt.
4. Mit der Anzucht von Tomaten ab Mitte des Monats beginnen. Ebenso können Küchenkräuter ab März schon ausgesät werden.
5. Beetstauden zurückschneiden. Dazu werden die trockenen Blätter und abgestorbenen Stängel von Stauden rechtzeitig vor dem Neuaustrieb entfernt
6. Welke Narzissenblüten entfernen
Bitte beachten: Es wird dazu nur der abgeblühte Blütenstiel abgeschnitten. Die Blätter lässt man stehen bis sie vergilben und sich leicht von der Zwiebel lösen lassen. Nur so kann die Zwiebel ausreichend Nährstoffe für eine üppige Blüte im nächsten Jahr einlagern
7. Bodenpflege realisieren
Unbedingt fertig gegarten Komposthaufen jetzt durchsieben. Gerade zu Beginn der Wachstumszeit wird Kompost überall im Garten gebraucht. Insbesondere die Starkzehrer im Gemüsegarten (Kohlsorten, Tomaten, Gurken, Kürbis, Zucchini, Lauch, Knollensellerie, Kartoffeln und Rhabarber) benötigen mit Nährstoffen angereicherten Boden . Etwa 3 Liter Kompost je Quadratmeter können auf diesen Pflanzflächen bedenkenlos ausgebracht und leicht untergeharkt werden.
8. Neustart für Dahlienknollen initiieren
Die überwinterten Knollen werden jetzt aus dem Winterquartier geholt und zunächst einem Gesundheitscheck unterzogen. Dabei werden alle weichen bzw. verschimmelten/vertrockneten Knollen entfernt. Aber aufpassen, dass nicht die verbliebenen alten Stängel abgebrochen werden – denn gerade an diesen Bereichen werden aus den Knollen die neuen Triebe gebildet! Sorgfältig und vorsichtig werden die geprüften Knollen nun in gute Pflanzerde getopft (Sortenschild nicht vergessen). Danach werden sie gewässert und an einen hellen, frostfreien Platz gestellt. Je nach Umgebungstemperatur dauert es einige Zeit bis die neuen Triebe zum Vorschein kommen.
9. Erste Jungpflanzen im Freien in einem warmen, windgeschützten Eckchen abhärten. Abends nicht vergessen sie wieder ins Haus zu holen!
10. Gourmetkartoffeln sind in – warum nicht mal solche im eigenen Garten bzw. auf dem Balkon (in großen Kübeln) anbauen?
Dazu jetzt die Pflanzkartoffeln in Eierkartons legen und recht hell, jedoch kühl (um die 12 Grad Celsius) stellen. Aus den „Augen“ entwickeln sich dann 1 – 2cm kräftige Triebe ( sind die Keime jedoch lang und dünn, haben die Kartoffeln zu dunkel und/oder zu warm gestanden).
Auspflanzen ab einer Bodentemperatur von 8 Grad Celsius (also Mitte April – Anfang Mai).
Sortenempfehlung: Adretta; Desiree; Fred; Goldmarie oder Purple Rain
Arbeitskalender Februar
Beginn mit Voranzucht von wärmeliebendem Gemüse
Chilis, Paprika und Auberginen benötigen Keimtemperaturen von 26 – 28 Grad Celsius. Da sie gleichzeitig bis zur Fruchtreife eine sehr lange Entwicklungszeit haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt um sie im Haus an einem warmen Platz, oder mit Hilfe einer Bodenheizung vorzuziehen.
Im Gegensatz dazu können gegen Ende des Monats schon ins Beet ausgesät werden: Puffbohne, Spinat, Radieschen, Zuckererbse und Frühlingszwiebeln. Sollte es wieder zu nächtlichen Frostphasen kommen, dann schützt ein aufgelegtes Wintervlies (mit mindestens 30g/qm Flächengewicht) die Kultur.
Abdecken der Erdbeeren mit Vlies zur Verfrühung
Wichtig ist dabei, dass die Bedeckung bei warmer Witterung, spätestens aber bei Erscheinen der ersten Blüten wieder abgenommen werden muß. Sollte es danach noch einmal richtig kalt werden, muß umgehend wieder abgedeckt werden, da die Erdbeerpflanzen durch den Entwicklungsvorsprung nun kälteempfindlicher sind.
Stauden teilen bei frostfreiem Boden
Hier vor allem die Spätsommerblüher wie Astern, Helenium und Rudbeckia.
Heckenrückschnitt bis Ende Februar vornehmen!
Zu große Laubgehölzhecken (z.B. Hainbuche, Liguster, Weißdorn), aber auch Efeu-Hecken sollten jetzt stark zurückgeschnitten werden – dies vor dem neuen Austrieb und wegen der Schutzzeit der brütenden Vögel ab Anfang März!
Ziergräser zurückschneiden
Der früher übliche Herbstrückschnitt von Stauden, aber auch Ziergräsern wird immer seltener empfohlen; denn verwelkte/vertrocknete Pflanzenteile bieten Schutz und Nahrung für Insekten und Vögel. Auch bei Ziergräserhorsten wie von Calamagrostis, Molinia, Miscanthus etc. wird als Zeitpunkt für den Rückschnitt der Spätwinter angeraten (dies noch vor dem Austrieb der neuen, grünen Gräserspitzen). Der Rückschnitt selbst erfolgt gut eine handbreit über dem Boden.
Merke: Frauenhaargras (Stipa tenuissima) wird nicht zurückgeschnitten, sondern nur ausgekämmt.
Das Schnittgut von festen, hohen Gräsern (Miscanthus und Co) sollte möglichst gebündelt und aufrecht stehend in einer Gartenecke verbleiben, damit darin enthaltene Überwinterungsgäste von Insekten bis zur Warmperiode weiter überwintern können.
Strauchschnitt vornehmen
Wichtig: Um nistende Vögel zu schützen, besteht vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres ein Schnitt- und Rodeverbot für Gehölze, auch im eigenen Garten! Ein Formschnitt von Hecken, sowie notwendige Pflegeschnitte an Sträuchern und Obstgehölzen fallen nicht unter diese Regelung.
Ziersträucher, die jahrelang nicht zurückgeschnitten wurden vergreisen und verlieren an Blütenfülle. Deshalb nun einen kräftigen Rückschnitt bis Ende Februar vornehmen. Als Faustregel dazu, wird gut ein Drittel aller alten Äste vom Strauch bodennah abgeschnitten und so neuer Austrieb gefördert. Schneeballhortensien (Hydrangea arborescens) werden an allen Trieben bis auf 10cm Höhe über dem Boden eingekürzt.
Arbeitskalender Januar
Auslichten früher Blütengehölze
Frühblühende Sträucher wie Flieder, Glyzine, Goldregen, Seidelbast, Zierkirschen, Mandelbäumchen, Forsythie, Zier- und Scheinquitte etc. im Winter nicht stark zurückschneiden, sondern nur auslichten und alte Triebe entfernen
Aussaaten von Kaltkeimern
Das sind Stauden und Sommerblumen, deren Samen zur Keimung einen Kältereiz benötigen – die alte Bezeichnung „Frostkeimer“ für solches Saatgut ist falsch; denn die Stimulierung der Keimung wird nicht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erreicht!
Zu den Kaltkeimern zählen z.B. Akelei, Astern, Blaudistel, Christrose, Glockenblume, Mohn, Roter Sonnenhut, Hohe Verbene. Dazu die Aussaat in mit Aussaaterde bestückten Saatschalen vornehmen. Den Samen leicht mit Erde bedecken und andrücken. Feucht halten und 1 – 2 Wochen bei 15 – 18 Grad Celsius im Haus aufstellen (damit die Samen anquellen); dann für eine Woche kühler (ca. 10 Grad Celsius). An einem frostfreien Tag dann draußen an einen geschützten Platz stellen. Gegen Vogelfraß eine durchsichtige Schutzhaube oder feinen Maschendraht um das Anzuchtgefäß geben. Die Kaltkeimer brauchen nun je nach Art 4 bis 8 Wochen Kältereiz (Temperaturn unter 5 Grad Celsius) zum Keimen! Die Temperatur möglichst niedrig halten, um Ausfälle durch Krankheiten und zu schnelles Wachstum zu verhindern. Mitte Mai ziehen die Jungpflanzen dann ins sonnige Beet um.
Werkzeugpflege vornehmen
Gartenarbeit macht mit gut funktionierenden Werkzeugen doppelt so viel Spaß!
Alle Metallteile an diesen Werkzeugen sollten von Erdresten zuerst befreit werden. Dann Metallpflegeöl auf einem Lappen verteilen und die Metallteile damit abreiben. Zusätzlich beim Spaten das Spatenblatt schärfen.
Die Holzstiele von Grabegabel und Co. können mit Schleifpapier geglättet und gesäubert werden und liegen nach dem Einölen, z.B. mit Leinöl wieder viel besser in der Hand.
Gartenscheren (z.B. Felco-Schere) auseinander bauen, Klingen nachschleifen , restliche Teile einölen und wieder zusammensetzen. Merke: Stumpfe Klingen verursachen beim Schnitt fransige Wundränder, unnötige Verletzungen bei Pflanzen und erschweren die Arbeit.